Dämpfen auf der Grünen Woche 2010

18. November 2009

Die Gartenfachberatung der LB Berlin beabsichtigt, auf der Grünen Woche 2010 im Januar auch Dämpfsysteme für Hobbygärtner vorzustellen.
Kleingarten- und Laubenbesitzer sollen hier die Möglichkeit haben, sich über die Vorteile des Dämpfens zu informieren.

Was im Großen geht – geht auch im Kleinen.

Es ist mit ein wenig mehr Aufwand verbunden, aber Dämpfen geht auch im kleinen Rahmen. Der Boden und insbesondere der eigene, “hausgemachte” Kompost wird vor der Kultivierung so von Unkraut, Unkrautsamen und insbesondere auch Schädlingen sowie Krankheiten ohne Chemie befreit – 100% rückstandsfrei!

Die Pflanzen danken es mit besserem Wachstum und mehr Inhaltsstoffen!
Das ist wissenschaftlich bewiesen. Daher empfiehlt Herr Prof.  Dr. Klaus-Dieter Hentschel von der renommierten Humbold-Universität, Berlin, uneingeschränkt das Dämpfen, insbesondere auch für Hobbyanwender. Zitat:

“Weniger Gift = mehr Natur und aktive, gesunde Erholung.

Dieser Devise fühlen sich immer mehr Hobbygärtner verpflichtet und zeigen sich damit der Gesellschaft gegenüber als umweltbewusste und verantwortungsvolle Bürger. Für den Kleingärtner beginnt die Freude am Garten ja bekanntlich schon mit der Anzucht der Pflanzen.

Gesunde Jungpflanzen gedeien aber nun einmal nur im gesunden Boden und dieser steht auf der begrenzten Fläche des Kleingartens nicht immer zur Verfügung. Auch zugekaufte Erden oder eigener Kompost erfüllen die hohen phytohygienischen Forderungen an eine Aussaatrate nicht immer.

Hier nun kann der vorgestellte Kleindämpfer in Schubkarrenform wirksame Abhilfe schaffen. Dieses preiswerte, leichthandhabbare Gerät garantiert in weniger als zwei Stunden und bei ca. € 1,- Energiekosten 70 bis 80 Liter unkraut- und schaderregerfreies Substrat für Aussaaten in Schalen, Beetreihen und alle Formen der Bepflanzung in Töpfe, Schalen oder Kübel.

Bei diesem alten, nun aber technisch neu konzipierten Dämpfverfahren reichen Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad C völlig aus, um auch frischen Kompost oder belastete Erden unbedenklich nutzbar zu machen. Durch das Dämpfen wird aber nicht nur der Gesundheitszustand der Erden und Substrate verbessert, sondern durch den wärmebedingten Nährstoffaufschluß erhalten die jungen Pflanzen eine bessere Startposition, die zu einer nachweislich besseren Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen führt.

Meiner Meinung nach ist dies ein Gerät, auf das die Hobbygärtner gewartet haben und das im Sinne ihres umweltbewußten, verantwortlichen Tuns in jede Gartenanlage gehört.”

Bekämpfung des Japan Knöterich mit heißem Dampf

03. Oktober 2009

Der japanische Staudenknöterich behört zu den problematischen, nicht heimischen Pflanzen (Neophyten). Dieses aus Fernost stammende Gewächs verbreitet sich zur Zeit in Mitteleuropa, den britischen Inseln und Vereinigten Staaten ungebremst und verursacht hierbei durch seine enorme Wuchsfreude große Schäden an Dämmen, Mauern und Straßen. Darüber hinaus verdrängt der Japanische Staudenknöterich (Fallopia Japonica) einheimische Wildpflanzen und gefährdet so schrittweise die Artenvielfalt (Biodiversität).

Im Westen von Baden-Württemberg beschäftigen sich seit dreißig Jahren öffentliche Stellen verstärkt mit diesem Problem. In der Ortenau wachsen die Gefahren für Dämme, da der Japan Knöterich die Grasnarbe geschädigt und so das Eindringen von Hochwasser in die Baustrukturen erleichtert, was fatale Folgen für deren Stabilität mit sich brächte.

Das Regierungspräsidium Freiburg berichtet nun von Versuchen mit heißem Dampf, um dem Japan-Knöterich Einhalt zu gebieten.
Konventionelle mechanische Methoden wie das Mulchen oder Mähen können die Bestände nicht vernichten, lediglich deren Ausbreitung hemmen. Das einzige aktuell zur Verfügung stehende Bekämpfungsmittel sind Breitband-Herbizide, also Chemische Präparate wie Round-Up, die jedoch nicht ungefährlich sind. So können diese direkt am Ufer aufgrund ihrer starken gewässerschädigenden Wirkung nicht eingesetzt werden. Zudem müssten sie mehrfach über mehrere Jahre verteilt flächig versprüht werden, um einen Japan Knöterich Bestand nachhaltig zurück zu drängen.

Aus diesem Grund hat sich das Regierungspräsidium Freiburg dazu entschieden auf größeren Flächen Versuche mit Heißdampf zu unternehmen.
Im September 2009 wurden hierfür ca. 500 Quadratmeter befallende Fläche 30 cm tief ausgebaggert, so dass die haupt-rhizom-tragende Erdschicht vollständig entfernt ist. Der mit Japan Knöterich-Wurzeln (Rhizome) verseuchte Abraum wurde in einem speziell präparierten Anhänger gedämpft. Die gedämpfte Erde wurde umgehend wieder ausgebracht und neu mit Gras eingesät bzw. renaturiert.

Der mit Steinen befestigte Uferstreifen wurde speziell behandelt. Da aufgrund der Stein-Befestigung eine Auskofferung nicht möglich war, wurden mit Sonder-Dämpfhauben die Flächen schrittweise abgedeckt und mit Heißdampf behandelt. Die behandelte Fläche wird seit dem vom Regierungspräsidium Freiburg (Herr Keller, Herr Martin) und der MSD GmbH (Möschle-Seifert-Dämpftechnik: www.moeschle.de), die den Versuch mitbetreut und das Dämpf-Ausrüstung sowie das Dämpf-Know-How zur Verfügung gestellt hat, kontrolliert.

In einem zweiten Schritt sollen dann, soweit aus Pflanzenteilen in tieferen, nicht behandelten Erd-Schichten erneut Stängel austreiben, partiell Tiefenbehandlungen durchgeführt werden, in dem Dämpflanzen nach einer Bodenlockerung bis zu 1m tief eingeführt und durch Dampf die verbliebenen unterirdisch liegenden Pflanzenteile abgekocht werden.

Ein vorab vom Abwasserzweckverband Offenburg (Herr Mohn) gemeinsam mit der MSD GmbH Anfang 2009 bereits durchgeführter Heißdampf-Bekämpfungsversuch lässt das Regierungspräsidium gute Erfolge erwarten. Dort wurden nach Oberflächen- und Tiefendämpfbehandlung nach einem halben Jahr weiterhin keine Austriebe von Japan Knöterich festgestellt.

Mehr Informationen zum Japan Knöterich hier in Wikipedia

Wildkrautregulierung mit Heiß-Dampf

27. September 2009

Nicht nur die öffentliche Hand, wie Gemeinden und Städte sind vielfach mit Lösungen zur Regulierung von Wildkrautbeständen beschäftigt.

Auf Plätzen und Wegen wuchern in Steinfugen und freien Bereichen Unkräuter, die beseitigt werden müssen.
Darüber hinaus wachsen Herausforderungen durch die stetige Ausbreitung problematischer Pflanzen und die Invastion von Neophyten.

Invasive Neophyten und weitere problematische Pflanzen

In den letzten Jahrzehnten sind viele nicht heimische Pflanzen nach Mitteleuropa eingeschleppt worden.

Eine Vielzahl von ihnen verursacht  durch den Grad ihrer Expansion immer schwerwiegendere Probleme. Manche, wie die beifußblättrige Ambrosia, gefährden die Gesundheit, andere wiederum die Umwelt bzw. die Biodiversität, also die Artenvielfalt, da sie Pflanzensorten verdrängen und den eroberten Lebensraum massiv umwälzen. Darunter fällt der Japan Knöterich, bzw. Japanische Staudenknöterich (Fallopia Japonica /Reynoutria Japonica), der durch seine enorme Wuchskraft andere Pflanzen unterdrückt und dabei, abhängig vom Standort, Kulturflächen in der Landwirtschaft oder auch Baustrukturen wie Dämme, Straßen und Mauern stark schädigen kann.

Darüber hinaus sind auch einheimische Problempflanzen auf dem Vormarsch, darunter das Jakobs-Kreuzkraut bzw. Jakobs-Greiskraut, das stark toxisch wirkt und Leberschäden bis zur tödlichen Vergiftung, abhängig von der aufgenommenen Dosis. Die stark angestiegene Ausbreitung des Krautes ist auf die immer größer werdenden Brachflächen sowie die Begünstigung durch den Klimawandel zurückzuführen.

Vor allem die öffentliche Hand steht somit vor der gewaltigen Herausforderung, Abhilfe zu schaffen.

Bis heute werden für die Wildkrautregulierung zwei Methoden angewandt: 1. Die mechanische Bekämpfung z.B. durch Bürsten, Mulchen, Ausreißen oder Mähen und 2. die Nutzung von chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln (Herbizide). Insbesondere der Einsatz der Chemie stößt aufgrund der möglichen negativen Auswirkungen auf Natur und Mensch immer mehr an Grenzen.

Heißer Dampf kann hier eine vollwertige Alternative bieten.

Dämpfsysteme zur Bekämpfung von Wildkraut im öffentlichen Raum sind verfügbar und universell einsetzbar. Gegenüber mechanischen Verfahren, die zwar schnell und einfach sind, hat Dampf den Vorteil, dass nicht nur oberflächliche Pflanzenteile entfernt werden. Heißer Dampf dringt in sämtliche Ritzen und bekämpft die ganze Pflanze. Er tötet alle triebfähigen Pflanzenteile, wie auch den Unkraut-Samen ab. Der Aufwand lohnt sich. Das Ergebnis sind vollständig wild- bzw. unkrautfreie Areale, die nur noch vereinzelt, ein- bis zweimal im Jahr nachbehandelt werden müssen – ganz ohne Chemie, rückstandsfrei!

Dämpfung und andere thermische Verfahren.

Neben dem heißen Dampf werden auf dem Markt auch andere thermische Verfahren zur Wildkraut-Bekämpfung angeboten, darunter Infrarot-Strahl, Abflamm- und Heißwasser-Systeme. Oft ist der Wirkungsgrad dieser Methoden nicht ausreichend und der Energieverbrauch in Relation zu Arbeitsaufwand sowie Unkrautvernichtungseffekt recht hoch. So schonen Heizstrahler zwar die Oberflächen, jedoch braucht es eine lange Einwirkzeit, bis die Hitze ausreichenden Schaden an der Pflanze, insbesondere bei den unter der Bodenoberfläche liegenden Vegetationpunkten erzeugt hat. Gleiches gilt für Abflammgeräte, da diesen auch die Tiefenwirkung fehlt.

Heißwasser-Systeme sind hier bereits einen Schritt weiter. Mit diesen Systemen können bei korrekter Anwendung auch tiefer liegende, triebfähige Pflanzenteile durch Hitzeeinwirkungen von über 65°C abgetötet werden, und somit langfristige Erfolge bei der Unkrautvernichtung erzielt werden. Dennoch kämpfen auch solche Heißwasserverfahren mit Problemen wie hohem Wasserverbrauch und größeren Energieverlusten. Dem kann mit Heißdampf entgegengetreten werden.

Mehr als nur “heiße Luft”

Im Vergleich zu 100°C heißem Wasser hat 100°C heißer Dampf mehr als das 5fache an Energie zur Verfügung. Zudem hat Dampf eine 1000fach geringere Dichte. Dies bedeutet, dass der Anwender bei der Heißdampf-Nutzung mit bedeutend geringerer Menge an eingesetztem Wasser ein vielfaches mehr an Hitze zur Bekämpfung des Wildkrauts einsetzt: Das Ergebnis ist eine optimal unkrautbefreite Fläche bei verhältnismäßig geringem Energie- und Arbeitsaufwand. Zudem sind Niederdruck-Dampferzeuger unkompliziert im Handling.

Der Einsatz von Dampf bringt noch weitere positive Effekte mit sich: So schont er im Gegensatz zu extremer Hitzeeinstrahlung oder Hochdruckeinwirkung die Bodenbeläge. Diese werden nicht nur von Unkraut befreit sondern durch die lange Wärmeeinwirkung des Dampfes auch tiefgründig gereinigt und von Moosen sowie Flechten befreit. Auch hartnäckiger Schmutz, wie Kaugummis etc. löst sich und kann nach der Behandlung einfach beseitigt werden.

Heißdampf-Systeme sind für kleine wie große Flächen mit unterschiedlichsten Oberflächen geeignet, egal ob Sport- oder Spielplätze, Gehwege, Parkplätze oder Friedhöfe…

Dampf ist überall sinnvoll einsetzbar

Dampf kommt bereits in vielen Bereichen sinnvoll zum Einsatz. Kommunen können die Anlage nicht nur zur effektiven Unkrautbekämpfung und Reinigung von Plätzen, Straßen und Wege nutzen. Die Dämpf-Systeme sind auch zur Behandlung von städtischen und kommunalen Freiflächen, Beeten und Kompostanlagen oder zoologischen Gärten verwendbar. Richtig koordiniert und eingesetzt steht eine solche Dämpf-Anlage niemals still…

Uni Hohenheim bestätigt die hohe Effektivität von Dampf bei der Unkrautbekämpfung am 32. Gemüsebautag

20. September 2009

Am 19.09.2009 (32. Gemüsebau-Tag) präsentierte die Universität Hohenheim bei Stuttgart Ergebnisse von Freilandversuchen zur Bekämpfung von Unkraut bzw. Unkraut-Samen insbesondere bei Baby-Leaf-Kulturen.

Von Juni bis September 2009 wurden bei der Versuchsanordung drei Varianten zur Unkrautreduzierung imVergleich mit 4 Wiederholungen auf Parzellengrößen von 16m x 1,2m getestet, wobei zwei Babyleaf Salat Sorten “Batavia rot” und “Batavia grün” eingesetzt wurden.

Die komplette Versuchsfläche wurde in 18 Parzellen aufgeteilt, auf denen drei Verfahren nebeneinander verglichen wurden: die Bekämpfung von Unkraut mit der Handhacke, mit Herbizid und mit Bodendämpfung.

Die Bodendämpfung wurde 1x vor der Aussaat nach einer ausreichenden Bodenlockerung auf den hierfür vorgesehenen Arealen vorgenommen, während der Herbizideinsatz auf den Vergleichsparzellen nach der Aussaat erfolgte. Die mechanische bzw. manuelle Unkrautbekämpfung mit der Handhacke fand gezielt nach Bedarf beim Unkrautaustrieb auf den zugewiesenen Flächen statt. Auf den Kontrollflächen wurde keine Behandlung zur Unkrautreduzierung durchgeführt, weder mit Dampf, chemischen Unkrautbekämpfungsmitteln oder mechanisch.

Die Baby-Leaf Kulturen wurden nach ca. 4 Wochen geerntet. Es wurden im Anschluss von den drei Versuchsvarianten (Dampf, Herbizid und Handhacke) sowie zum Vergleich von der Kontrollfläche die Frisch- und Trockenmasse, getrennt von Salat und Unkraut bestimmt.

Die Uni Hohenheim konnte mit diesem Freiland-Versuch feststellen, dass nach einer Wasserdampfeinwirkung von 90°C keine Unkräuter während der Kulturzeit, also vom Zeitpunkt der Aussaat bis zur Ernte wuchsen.
Auf ausreichend gedämpften Flächen ist damit eine Unkrautbehandlung bei Baby-Leaf-Kulturen bis zur Ernte nicht mehr nötig.

Nitrat und Ammonium

Erwartungsgemäß wurde bei der Untersuchung des Bodens nach dem Dämpfen erhöhte, jedoch unbedenkliche Ammoniumkonzentrationen sowie nach der Ernte einen gesteigerten Nitratgehalt festgestellt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass insbesondere die nitrifizierenden Bakterien durch die Dämpfung stark gehemmt werden. Die ammonifizierenden Bakterien hingegen werden durch den Heißdampf weniger stark in Mitleidenschaft gezogen.
Hierdurch entsteht eine Ammoniakanhäufung in der gedämpften Erde. Detaillierte Erkenntnisse hierzu wurden bereits in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts von S.N. Malowany und I.D. Newston gewonnen.
Im Normalfall normalisiert sich das Ammoniak- und Nitrat- Verhältnis nach der Wiederbelebung des Bodens in einem Zeitraum von 4-8 Wochen.
Dieser kann stark verkürzt werden, in dem die Erde direkt nach dem Dämpfen mit nitrifizierenden und ammonifizierenden Bakterien geimpft wird (= Integrierte Dämpfung).

Unkrautbekämpfung mit Heiß-Dampf in der Gartenbau-Praxis

13. September 2009

Bereits in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die effektive Wirkung von feuchter Hitze gegen Unkräuter und insbesondere deren Samen wissenschaftlich erforscht. In nur fünf Minuten können alle Samen keimunfähig gemacht werden, sofern 95°C heißer Dampf dauerhaft einwirken kann.

In der Praxis zeigt sich heute ein Trend zu sehr kurzen Einwirkzeiten bei der Heißdampfanwendung speziell bei der Bekämpfung von Unkrautsamen im Freiland. Insbesondere in Frankreich, den Niederlanden und in Dänemark werden bereits heute mit Dämpfautomaten große Flächen von Beetkulturen über Haubendämpfung oberflächlich bis zu max. 5-10cm Tiefe hygienisiert. Hierfür werden speziell für die Beete konstruierte Hauben mit einer Gesamtfläche von bis zu 20 Quadratmetern schrittweise nach lediglich 5 minütiger Dampfeinführung versetzt.

Ziel der kurzzeitigen Dämpfung ist jedoch nicht die vollständige Bekämpfung von widerstandsfähigen Krankheitserregern bzw. pflanzenschädlicher Organismen. Hierfür wären längere Dämpfzeiten bzw. größere Dämpftiefen notwendig.

Im Fordergrund des Verfahrens steht lediglich die Schädigung der oberflächlich liegenden Unkrautsamen, um der Beetkultur in der Anwachszeit den notwendigen Vorsprung zu geben, um sich im Laufe der Entwicklung vollständig gegen das sonst wuchernde Unkraut durchsetzen zu können.

Die Ergebnisse aus der Praxis werden als erfolgreich beschrieben. Trotz sehr kurzen Einwirkzeiten des Heißdampfes kann das Unkraut in den Beeten soweit geschwächt werden, dass es nicht mehr spürbar durchdringen kann.

Das Dämpfverfahren zur oberflächlichen Unkrautbekämpfung verbreitet sich auch in Deutschland immer weiter. Diese Entwicklung wird  insbesondere durch den Mangel an Alternativen vorangetrieben. Früher hierfür eingesetzte chemische Mittel sind zwischenzeitlich verboten oder als bedenklich eingestuft.

Zudem leistet die aktuelle Diskussion um die Ausbreitung von Jakobs-Kreuzkraut bzw. Jakobs-Greiskraut dem Thema Vorschub. Der Markt fordert nun noch vehementer unkrautfreie Produkte, jedoch gibt es aufgrund der Marktpreissituation keine Alternative zu maschinellen Erntemethoden. Das Fazit ist der unbedingte Bedarf an unkrautfreien Beeten bei der Ernte.

Dampf als umweltschonende Methode zur Unkraut-Bekämfpung gewinnt damit sowohl national als auch international weiter an Bedeutung.

Dämpfen gegen Unkraut und Unkrautsamen

02. September 2009

Bereits seit mehr als 50 Jahren wird die Wirkung von Hitze auf die Keimfähigkeit von Unkrautsamen intensiv erforscht.

Die Untersuchungen berücksichtigen die Wirkung auf feuchte wie auf getrocknete Samen unterschiedlicher Unkraut-Sorten, wobei diese unterschiedlich lange Zeit trockener, wie auch feuchter Hitze bzw. Heißdampf ausgesetzt wurden. An der Universität Zürich zeigten sich hierzu bereits in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eindeutige Ergebnisse:

Während trockene Hitze häufig nicht ausreichend die gewünschte Wirkung auf die Samen entwickeln konnte, stellte feuchte Hitze bzw. Heißdampf bereits nach einer 5 minütigen Behandlungsdauer bei 95°C Hitze die vollständige Abtötung aller Samen sicher.

Trockene Hitze erwies sich als kontraproduktiv: Stellenweise kam es sogar zur Verbesserung der Keimfähigkeit mancher Unkrautsamen.
Es zeigte sich, dass Heißdampf ein umfassendes Mittel gegen Unkrautsamen darstellt und damit nicht nur anderen thermischen Verfahren überlegen ist, sondern auch chemischen Herbiziden, da diese nur partiell gegen einzelne Unkrautsorten bzw. deren Samen wirksam sind.

Die Gefahren der Rekonterminierung

23. August 2009

Einen besonderen Gefahrenherd für das Eindringen von Krankheitserregern in den hitzebehandelten Boden bietet der darunterliegende Untergrund. Abhängig von der Wurzeltiefe der gepflanzten Kultur können phytopatogene Organismen in tiefe Bodenbereiche vordringen und auch diese verseuchen. So kann es vorkommen, dass gedämpfte höhere Bodenschichten von solchen tiefliegenden Krankheitserregern rekonterminiert werden.

Bei stark krankheitsbefallenen Böden ist daher zu empfehlen, abhängig von der Wurzeltiefe der zu kultivierenden Pflanzensorte, vor dem Dämpfen Bodenproben aus verschiedenen Bodenschichten zu nehmen und auf den Krankheitsbefall hin zu überprüfen, um somit die benötigte Dämpftiefe zu ermitteln.

Zudem kann durch die gezielte Impfung des gedämpften Bodens durch Mikroorganismen dessen Abwehrkraft gegen eindringende Krankheitserreger wesentlich gestärkt und dadurch die Wiederverseuchung immens gehemmt werden.

Durch die Einbringung von positiv wirkenden Mikororganismen in den gedämpften Boden kann man zudem die Gefahr der oberflächlichen Wiederverseuchung durch Einschleppung von außen, z.B. der Nutzung von Fremdsubstrat und kontaminiertem Pflanzengut eingrenzen.

Heißdampf und Pflanzenwachstum

22. August 2009

Der Boden übt über seine Beschaffenheit und das in ihm bürtige Leben einen elementaren Einfluss auf die in ihm wachsende Pflanze aus. Ein Setzling ist für eine gesunde Entwicklung darauf angewiesen, dass der Boden ihm optimale Wachstumsvoraussetzungen bietet.  Gerade in intensiv genutzten gärtnernischen Böden ist dies ein großes Problem, da sich gerade hier Krankheiten und pflanzenschädliche Stoffe, die auch zur Bodenmüdigkeit führen, in großer Menge anreichern können.

Praktische Erfahrungen beim Einsatz von Heißdampf haben gezeigt, dass sich die schonende Bodenerhitzung generell positiv auf das Pflanzenwachstum auswirkt.
Heißer Dampf mit seinen physikalischen, biologischen und chemischen Wirkungen löst im intensiv genutzten Boden die Mehrzahl an Problemen, ohne dass Chemie eingesetzt werden muss.

Nichtsdestotrotz sind bis heute noch nicht alle Wirkungen des Heißdampfes auf die einzelnen Pflanzenarten im Detail wissenschaftlich geklärt. Dies wird insbesondere dadurch erschwert, dass sie in Abhängigkeit zu den einzelnen Kulturpflanzensorten sowie den behandelten Böden und deren Beschaffenheit stehen.

Die Praxis zeigt, dass ein Großteil an Krankheiten abgetötet, sowie reichlich Nährstoffe freigesetzt werden, darunter insbesondere Stickstoff, der durch die Kondensation in löslicher Form pflanzenverfügbar gemacht wird. Nach dem Dämpfen zeigen sich die Pflanzen gesünder: Eine Kultur weist mehr Einheitlichkeit im Wachstum auf und kann in gemäßigten Breiten früher angebaut werden, da der Boden erwärmt ist und keine langen Karenzzeiten, eingehalten werden  müssen, im Vergleich zu dem Einsatz von chemischen Mitteln zur Bodenentseuchung. Es gibt jedoch auch einzelne Beispiele, dass sich in gedämpften Boden bei einzelnen Pflanzenarten Wachstumsdepressionen zeigen können, vor allem bei Kopfsalat. Wieso dies der Fall ist konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Man geht davon aus, dass sich in manchen Böden das Nährstoffverhältnis über die Einbringung von Hitze für die konkrete Pflanzensorte negativ verschoben hat. Normalerweise gleichen dies die im Boden lebenden Organismen wieder aus. Im gedämpften Boden jedoch wird Zeit benötigt, bis sie sich wieder in ausreichender Zahl ansammeln können.

Es empfiehlt sich daher, insbesondere bei empfindlichen Kulturen, zum einen mit der Bepflanzung des gedämpften Bodens zwei bis vier Wochen abzuwarten und eine gewisse Karenzzeit einzuhalten,  zum anderen, falls die Karenzzeit eingespart werden soll, den Boden mit aktiven Mikroorganismen zu impfen, um dadurch das Bodengleichgewicht rascher wiederherstellen zu können. Zudem erschweren die eingebrachten positiv wirkenden Bakterien die Wiederbesiedelung von Krankheitserregern, insbesondere aus den tieferen, nicht gedämpften Erdschichten.

Hitzewirkung auf Böden und Erden

22. August 2009

Jeder Boden ist eine Mischung verschiedener Bestandteile, allen voran mineralische und organische Substanzen, die als Biotop für eine Vielzahl an Organismus dienen. Die einwirkende Hitze hat auf diese eine umfassende Wirkung, greift in das Bodenleben ein, beeinflusst chemische, biologische und physikalische Prozesse. Hier eine kleine Übersicht der im Boden durch Heißdampf ausgelösten Prozesse:

A) Biologischer und chemischer  Einfluss:
Degenierung organischer, insbesondere auf Proteine aufbauende Strukturen; Abtötung  bodenbürtiger Organismen; Zersetzung bzw. Umformung organischer und anorganischer Substanzen; Freisetzung gebundener Stoffe.

B) Physikalischer Einfluss:
Bodenstrukturänderungen; Kapilaritätswandlungen; Veränderung der Aufnahmefähigkeit von Salzen und Wasser, Ausschwemmung und Lösung von Stoffen.

Untersuchen haben gezeigt, dass die physikalischen Bodenveränderungen wenig abhängig sind von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit. Erwähnenswert sind lediglich ein Abfall der kapillaren Wasserführung und eine leicht angestiegene Neigung zu Verschlemmungen, wobei beides auf Kolloidstrutkurveränderung zurückgeführt werden könnte. Der Säure-Base Haushalt der Böden wird durch die Hitze nicht beeinflusst.

Die genannten biologischen, chemischen und physikalischen Einwirkungen wirken sich ganz unmittelbar auf das Bodenleben und damit das Wachstum der dort gesetzten Pflanzen aus. Krankheiten werden bekämpft und die Bodenmüdigkeit beseitigt. Viele Kulturpflanzen erfahren durch das Anwachsen in gedämpften Boden bessere Startbedingungen für eine gesunde Entwicklung.

Wiederbelebung eines entseuchten Bodens

16. August 2009

Nach einer Entseuchung des Bodens mit Heißdampf findet sehr rasch eine Wiederbelebung mit Mikroorganismen satt. Dies gilt vorerst gleichermaßen für nützliche als auch für schädliche Organismen. Jedoch finden günstig wirkende Bakterien und Pilze förderlichere Bedingungen vor und erlangen hierdurch einen wesentlichen Vorsprung.  In der Regel erringen die nützlichen Organismen rasch die Übermacht. Die rasche Wiederbesiedlung durch Mikroorganismen ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Im Fokus steht hierbei der geringe Wettbewerbsdruck durch konkurrierende Arten sowie die bessere Verfügbarkeit an Nährstoffen und anderen günstig wirkenden chemischen Verbindung, die durch das Dämpfen gelöst wurden.

Die erste Welle der Wiederbelebung erfolgt über die hitzeresistenten Formen z.B. sporenbildende Bakterien. Die Wirkung des Hitzeschocks zur Beendigung der Keimruhe ist allgemein bekannt und wurde insbesondere bei Bakterien und Pilzen festgestellt. Zudem breiten sich Mikroorganismen aus tieferen, unbehandelten Bodenschichten in die gedämpften Bereiche aus und siedeln sich dort erneut an.

Darüber hinaus werden keimfähige Sporen über die Luft eingetragen, wobei es sich in der Hauptsache um Pilzsporen handelt. Die Voraussetzung der Ansiedlung von Organismen ist selbstverständlich der Umstand, dass diese dort auch lebens- und konkurrenzfähig sind.

In den meisten Fällen bildet sich so auf ganz natürliche Weise in recht kurzer Zeit eine widerstandsfähige Barriere gegen die Ausbreitung von Krankheitserregern.

In Einzelfällen kann es während der Wiederbelebung aufgrund ungünstiger Umstände zu einer massenhaften Verbreitung von phytopatogenen Organismen im gedämpften Boden kommen, was zu enormen Schäden führen kann. Um dem vorzubeugen, ist es empfehlenswert, den Boden direkt nach dem Dämpften mit positiv wirkenden Mikroorganismen zu impfen und so eine massenhafte Vermehrung von Schadorganismen zu vermeiden.