Tiefendämpfung (Drainage, Pflug & Egge)

Heute sind drei Tiefendämpfverfahren bekannt, mit denen der Dampf in Schichten bis 60cm Tiefe eingebracht werden kann – mit verlegten Drainage-Rohren, Dämpf-Pflug und Dämpfegge.

Bereits zu Beginn der modernen Bodendämpfung wurden bewegliche Drainagerohre zur Einbringung von Heißdampf verwendet. Diese Methode ist jedoch sehr arbeitsintensiv. Daher sind Betriebe dazu übergegangen, Drainagerohre aus hitzebeständigen Materialien fest in den vorab gelockerten Boden zu verlegen. Diese Drainagesysteme zeigen sich in der Praxis sehr unterschiedlich, da sie an die örtlichen individuellen Gegebenheiten angepasst und dadurch ganz nach gewünschter Tiefenwirkung sowie Bodenbeschaffenheit ausgeführt werden.

Maschine zur Drainage-Installation

Maschine zur Drainage-Installation

Bei dem Verlegen sind nicht desto trotz auf folgende wichtige Aspekte zu achten:

Zum einen ist der Abstand der Rohre sowie der der Dampfaustrittsöffnungen so zu wählen, dass im Laufe des Dämpfprozesses sich eine geschlossene Dämpffront bilden kann, die sich während des Dämpfens bis zur Oberfläche hin ausdehnen kann und so eine vollständige Bodendurchdringung erreicht. In der Praxis hat sich gezeigt, dass idealerweise der Rohrabstand 70% der Dicke der zu dämpfenden Bodenschicht entsprechend sollte. Die Dampföffnungen sollten gleichmäßig versetzt in einem Winkel von 30° zur senkrechten nach oben hin ausgerichtet werden.
Somit wird der Dampf optimal und gleichmäßig in den Boden eingebracht und dadurch Wärmeverlust sowie die Bildungvon dampfleeren Zonen vermieden.

Drainagerohre zur Luft- und Kondensatabsaugung

Drainagerohre zur Luft- und Kondensatabsaugung

Zum anderen muss darauf geachtet werden, dass der Boden für die Dämpfung entsprechend gut geeignet ist. Ansonsten kann es nach mehreren Dämpfvorgangen, gerade bei kleinkrumigen Erden zu Verschlemmungen führen bis hin zur Verstopfung der Dampfaustrittsöffnungen oder gar der Rohrsysteme.  Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, um die festverlegten Rohre ein Kies- oder Ziegelsplittbett zu schaffen sowie dieses mit einer grobfasrigen Torfschicht vom Kulturboden zu trennen, um Vermischungen sowie Eintrag von Erdpartikeln auszuschließen.

Nach der Verlegung der Drainagerohre wird der Graben zugeschüttet

Nach der Verlegung der Drainagerohre wird der Graben zugeschüttet

Die Plugdämpfung ist ein wirkungsvolles Tiefdämpf-System, aber in seinem Betrieb auch recht kostenintensiv.

Bei entsprechender Bodenlockerung werden problemlos Dämpftiefen bis 60 cm/90°C erreicht. Die Dämpfbreite beträgt bis zu 3,2m, wozu eine Dampfleistung von 1.000 kg/h/Pflug erforderlich ist. Zur Nachdämpfung wird eine Dämpffolie von 10-15m Länge x Dampfbreite nachgezogen. Die eingestellte Dämpftiefe wird durch die vorauslaufende Stabilisatorrolle fixiert. Der Pflug wird von 2 Stahlseilen durch das Antriebsaggregat mit stufenlos regelbarer Geschwindigkeit von 5-15m/h gezogen. Die Antriebsleistung beträgt 0,5PS über ein 3-stufiges Spezial-Getriebe. Die durchschnittliche Arbeitsgeschwindigkeit beträgt ca. 10m/h.

Die Dämpfegge ist neben den Rohrsystemen eine der ältesten Dämpfmethoden. Die innen hohlen, auf einem festen Rahmen fixierten Zinken wurden meist händisch mit Muskelkraft in den Boden getrieben und der Dampf eingeleitet. Nach erfolgtem Dämpfvorgang wurde die Egge einfach versetzt und der Dämpfprozess erfolgte von neuem, bis das Beet entsprechend abgedämpft war. Der Vorteil des Verfahrens liegt in der sehr gleichmäßigen Dampfeinbringung sowie der entsprechenden Tiefenwirkung. Zudem kann über die Zinken in sehr kurzer Zeit eine große Menge an Dampf in den Boden eingebracht werden, was zu sehr kurzen Dämpfzeiten und zu hohen Wirkungsgraden, aufgrund der geringen Wärmeverluste, führt. Trotz dieser Vorzüge ist es eine sehr arbeitsreiche Methode, die viel Kraft benötigt und daher nur noch sehr selten zum Einsatz kommt.

Dämpfpflug im Einsatz

Dämpfpflug im Einsatz

Heute feiert die Dämpfegge jedoch in Form einer Stachelhaube bei der neuentwickelten Sandwich-Dämpfung ein Comeback. Dieses Kombinationsverfahren aus Oberflächen- und Tiefeneintrag von Dampf ermöglicht eine weitere spürbare Verkürzung der Dämpfzeit bei gleichzeitiger Einsparung von Energie bzw. Heizöl durch maximale Minimierung von Wärmeverlusten.