Abtötungstemperaturen von Schadorganismen

Bei der Hygienisierung von Erden und Substraten ist nach Bollen auf zwei Größen zu achten:

1. Temperaturhöhe
2. Einwirkzeit

Prinzipiell ergibt sich das Hygienisierungsergebnis grundsätzlich aus dem Produkt von Temperaturhöhe und Einwirkzeit. Daraus folgt, dass ein gleiches Hygienisierungsergebnis erreicht werden kann – entweder mit hoher Temperatur und geringer Einwirkzeit oder geringer Temperatur und langer Einwirkzeit.

Heißdampf ist für jeden relevanten Krankheitserreger bzw. Schädling und jedes Unkraut sowie deren Samen tötlich. Grundsätzlich gilt hierbei, dass mit einer Einwirkzeit von 5-10 min bei 85°C ein sehr gutes Hygienisierungsergebnis erreicht werden kann.

Dank der Eigenschaft von kondensierendem Dampf wird diese Anforderung bereits bei Dämpfzeiten ab 5 min bei Dämpftiefen von ca. 5 cm erfüllt, da der Dampf schrittweise nach Einführung im Erdreich hohe Temperaturen über eine beträchtliche Zeit halten kann.
Folgende Grafik zeit die Abtötungstemperaturen verschiedener bodenbürtiger Schadorganismen bei einer Einwirkest von 30 min:

Abtötungstemperaturen verschiedener bodenbärtiger Schaforganismen

Abtötungstemperaturen verschiedener bodenbürtiger Schadorganismen

Pflanzenschädliche Mikroorganismen, insb. phytopathogene Bakterien, die eine Behandlung bei 70°C für die Dauer von 30 Minuten überlegen, sind nicht bekannt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der größte Teil von Pflanzenkrankheiten bei 70°C abgetötet wird, vorausgesetzt es wird die benötigte Behandlungsdauer erreicht, die bei jedem Erreger unterschiedlich sein kann.
Hervorzuheben ist hierbei die Tatsache, dass komplexere Lebewesen, wie Nematoden bereits unter 50°C absterben.

Bereits vor 40 Jahren wurde festgestellt, dass spurenbildende Bakterien, die in der überwiegenden Mehrheit pflanzenförderliche Eigenschaften aufweisen – darunter allem voran Bazillus subtiles,  gegenüber Hitze besonders resistent sind und Temperaturen von über 100°C über längere Zeit vertragen können.

Daher ist festzuhalten, dass das Dämpfen keine vollständige Sterilisation des Bodens mit sich bringt, sondern diesen lediglich von Krankheitserregern befreit. Andere sporenbildende Mikroorganismen bleiben am Leben und können den Pflanzen durch Antagonismen zu nach dem Dämpfen neu eingedrungenen Schadorganismen einen wichtigen natürlichen Schutz bieten. Ebenso bleiben folglich die biologischen Wirkungen der Mikroflora weitgehend erhalten. Lediglich Viren könnten noch im Boden verbleiben, da diese zum Teil erst bei sehr hohen Temperaturen und Einwirkzeiten absterben.