Hoch- und Niederdruck-Dampfkessel

Dampf für das Dämpfen von Erde wird überwiegend in Hochdruck- oder Niederdruck-Dampfkesseln erzeugt.
Alle Dampfkessel, die einen Dampfatmosphärendruck von über 0,5 bzw. 1 atü aufweisen, sind Hochdruckdampfkessel. Sie unterliegen besonderen Sicherheits-Verordnungen und Regelungen zu deren Betrieb, im Gegensatz zu Niedrigdruckdampfkessel, die unkompliziert betrieben werden können.

Prinzipiell gelten jedoch für die Nutzung von Dampfkesseln in der Bundesrepublik Deutschland strenge Bestimmungen, die insbesondere in der Deutschen Dampfkesselverordnung (Dampfkv) mit den technischen Regeln für Dampfkessel (TRD) und der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) niedergeschrieben sind.

Professionelle Gartenbau-, Landwirtschafts-, sowie Kompostier- und Torfbetriebe sollten sich daher vor der Anschaffung einer Dämpfanlage über die gesetzlichen Betriebsauflagen detailliert erkundigen. Viele Dampfkesselhersteller, insbesondere auch im europäischen Ausland, wie Frankreich und Italien, erfüllen die Deutschen Auflagen nicht ausreichend. So müssen in Deutschland betriebene Dampfkessel voll isoliert sein, um die Verletzungsgefahr höchstmöglich zu minieren und auch den Ansprüchen der Bundesemissionsschutzverordnung (BimschV) genügen zu können, nach der die Abgasverluste ab einer gewissen Leistung bei max. 9% liegen sollten. Hierfür muss der eingesetzte Dampfkessel einen Wirkungsgrad von über 90% aufweisen.

Schematische Zeichnung eines modernen Niederdruckdampfkessels mit Dampf Überhitzer und Rauchrohrsystem der Fa. MSD GmbH (Möschle Seifert Dämpftechnik, Durbach)

Schematische Zeichnung eines modernen Niederdruckdampfkessels mit Dampf Überhitzer und Rauchrohrsystem der Fa. MSD GmbH (Möschle Seifert Dämpftechnik, Durbach)

Im Erwerbsgartenbau und -landwirtschaft werden hauptsächlich Niederdruckdampfkessel in Flammrohr-Bauweise verwendet. Moderne Formen dieser Anlagen besitzen ein liegendes Flammrohr, in dem die Flamme durch horizontale Brennstoffeinspritzung erzeugt wird, das vollumfänglich vom Wasser- und darüber dem Verdampfungsraum umschlossen wird. Diese Bauweise zeichnet sich durch eine hohe Unempflichkeit gegenüber Belastungsschwankungen, leichtes Reinigen des Kesselinneren und der Rauchabzüge, sowie deren leichte Bedienbarkeit aus. Um deren Wirkungsgrad noch zu steigern, besitzen einige Flammrohrkessel in liegender Ausführung noch Rauchrohre (Flammrohr-/Rauchrohrkessel), die die heißen Abgase nochmals, nach Durchströmung der Wendekammer, durch den Wasserraum zur Energieabgabe führen, bevor sie über den Kamin ausgestoßen werden.
Es existieren zwar neben dem Flammrohr-/Rauchrohrkessel noch weitere Konstruktionsformen, wie der Wasserrohrkessel oder der Walzenkessel, die sich jedoch nur bedingt für die Dampferzeugung im Agrarbereich eignen. So ist ein Wasserrohrkessel nur für kleinere Betriebe betriebswirtschaftlich sinnvoll einsetzbar, wo nur verhältnismäßig geringe Mengen an Dampf benötigt werden. Zudem sind insbesondere die Hochdruckdampfkessel in Ihrer Anschaffung, Unterhalt und Betrieb weit kostenintensiver.

Niedrigdruckdampfkessel haben sich trotz etwas längerer Aufheizzeiten durch den großen Wasserinhalt im Wasserraum aufgrund ihrer unkomplizierten Handhabung und hohen Unempflichkeit im Gartenbau, der Landwirtschaft sowie im Kompost- und Torf-Gewerbe durchgesetzt.