Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Heißer Dampf in Baumschulen zeigt sensationelle Ergebnisse!

Mittwoch, 18. Januar 2012

Einer der großen Probleme bei der Pflanzenaufzucht in Baum- bzw. Rebschulen ist die Bodenmüdigkeit. Der Dienstsitz Klein-Altendorf des Dienstleistungszentrums für den ländlichen Raum des Landes Rheinlanpfalz (DLR RLP) hat sich dieses Jahr dieses Themas erneut angenommen und ermutigt durch die sehr positiven Ergebnisse der Kollegen vom Queckbrunner Hof mit Heißem Dampf experimentiert.

Im April 2011 wurde eine größere von Bodenmüdigkeit betroffene Versuchsfläche in der Nähe von Bonn 30 cm tief gedämpft. Zum Vergleich wurde eine Kontrollfläche ausgewiesen sowie Pflanzlöcher mit der Mischung “KAD” und daneben “KESSLER” versehen.
Nun wurden im Dezember 2011 die Ergebnisse vom DLR bekannt gegeben.

Das Dämpfen schlägt alle Alternativverfahren und beweist sich als beste Behandlungsmethode. Die Symptome der Bodenmüdigkeit werden durch eine Bodensterilisation mittels Heißdampfbehandlung auf ein Minimum reduziert. Die durchschnittliche Trieblänge lag bei ~230 cm und damit 140 cm besser als bei der Kontrollgruppe – also eine Wachstumsoptimierung um mehr als 300%.


Durchschnittliche Länge der Neutriebe. Das Dämpfen (rechts) beweist sich als Methode mit den besten Ergebnissen gegen Bodenmüdigkeit

Durchschnittliche Länge der Neutriebe. Das Dämpfen (ganz rechts) beweist sich als Methode mit den mit Abstand besten Ergebnissen!

Detaillierte weiterführende Informationen können beim DLR RLP, Herr Baab, angefordert werden.

Hier zum Download: Versuchsbericht des DLR

Auf Wunsch des Dienstleistungszentrums werden nun 2012 weitere Versuche folgen.

Heißer Dampf gegen Eis und Schnee geht in die nächste Runde

Dienstag, 27. Dezember 2011

Die Minderung der Dachlast durch Schnee bleibt auch in diesem Jahr ein Top-Winterthema. Aus diesem Grund wurden nach den ersten größeren Schneefällen in Höheren Lagen erneut Versuche gestartet, welche Dämpfmethoden effizient genutzt werden können.

Der große Vorteil von heißem Dampf gegenüber klassischen Räummethoden mit der Schaufel liegt klar auf der Hand: Dank der Hitze schmilzt der Schnee als Wasser einfach weg und muss nicht erst vom Dach und dann weiter vom Gebäude weg transportiert werden.

Zudem ist der Personalbedarf bei der Nutzung einer Dämpfmethode um ein vielfaches geringer!

Dabei liegt der Dampfverbrauch um 1 kg Schnee zu schmelzen bei gerade einmal 0,1691 kg Dampf. Ein effektiver Dampferzeuger mit 96% Wirkungsgrad benötigt hierfür nur 0,015l Heizöl.

Um nun die Energiekosten für die Räumung einer Fläche von Dampf zu berechnen muss man die Dichte von Schnee hinzuziehen, die durchschnittlich als stark gebundener Neuschnee bei ca. 0,17kg/dm³ = 170kg/m³ Schnee liegt (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schnee#Dichte ). Um 1 m³ Schnee zu dämpfen werden folglich ca. 2,55l Heizöl benötigt. Dieser Wert wurde in den Versuchen mehrfach bestätigt.

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse wurden bei den diesjährigen Dämpfversuchen gezielt 4 Dämpfmethoden im Vergleich getestet:

1. Dämpfhaube

Die mit Schnee bedeckte Fläche wird mit einer aus leichtem Aluminium gefertigten Dämpfhaube abgedeckt und dann Heißdampf unter diese eingeleitet. Die Haube wird nach erfolgter Abschmelzung wieder z.B. händisch versetzt. Das Ergebnis war immer 100%ig.

Haubendämpfung - Die Fläche ist vollständig von Schnee befreit - ein optimales Ergebnis

Haubendämpfung - Die Fläche ist vollständig von Schnee befreit - ein optimales Ergebnis

Bei einer abgedeckten Fläche von 3,2m² und einer eingesetzten Dampfmenge von nur 15 kg konnte in 4,5 Minuten der Schnee (ca. 0,5m³/89 kg) vollständig geschmolzen werden.

2. Dämpfrohre mit Folien-Abdeckung

Perforierten Rohre werden auf der schneebedeckten Fläche in regelmäßigen Abständen verlegt und diese wie über das zu im aktuellen Schritt zu bedampfende Areal bedeckt. Durch die Rohre wird heißer Dampf unter die Folie geleitet und der Schnee abgeschmolzen.

Dämpfrohr mit Folienabdeckung. Man sieht deutlich links, dass nach dem Dämpfen noch Schneeinseln verblieben sind.

Dämpfrohr mit Folienabdeckung. Man sieht deutlich links, dass nach dem Dämpfen noch Schneeinseln verblieben sind.

Bei diesem Versuch wurde der meiste Schnee geschmolzen. Es musste jedoch festgestellt werden, dass trotz einheitliche Dampfeinleitung Schneeinseln verbleiben, wo aufgrund geringfügig höhere Dichte kein optimaler Schmelzeffekt erreicht wird.

3. Dämpfrohre in der Dachrinne

Die Dachrinne eines Glashauses wurde mit einem perforierten Dämpfrohr bestückt und dann mit Schnee kontinuierlich von den beidseitigen Dachflächen bedeckt während Dampf austrat.

Dämpfrohr in der Dachrinne

Dämpfrohr in der Dachrinne

Soweit das Rohr immer mit Schnee bedeckt ist, wird ein optimaler Schmelzeffekt erzielt. Bei dieser Methode ist jedoch ein stetiger Personaleinsatz nötig, um Schnee nachzuschieben.

4. Dämpfen mit einer Dämpflanze

Der Dampf wurde mit einem Dämpflanze, vergleichbar mit einem Hochdruckreiniger, oberflächlich händisch verteilt.

Dämpfen mit Dämpflanze. Ein Großteil des Dampfes entweicht in die Luft.

Dämpfen mit Dämpflanze. Ein Großteil des Dampfes entweicht in die Luft.

Zwar wird eine Abschmelzwirkung erreicht. Dennoch ist die Methode ineffizient, da ein Großteil des Dampfes einfach in die Luft entweicht bzw. aufsteigt.

Fazit: Das Schneeschmelzen mit Dämpfhaube ist das effektivste Mittel große Flächen einfach von Schnee zu befreien. Die größten mobilen Dampferzeuger generieren 2.000 kg Dampf pro Stunde und haben damit die 10 fache Leistung, wie hier im Versuch eingesetzt. Mit einer solchen Anlage kann in 4,5 Minuten ~890 kg = ~5m³ Schnee abgeschmolzen werden. Pro Stunde ist eine Dachlastminderung von mehr als 65m³ = ~11t möglich.

Dämpftechnik auf der Horti-Vienna und Agritechnica

Samstag, 19. November 2011

Die neue Garten- und Gemüsebautechnologie-Fachmesse für Mittel- und Osteuropa fand vom 27. 09 – 28.09. in Wien statt.
Zudem war die weltgrößte Agrarschau “Agritechnica” mit mehr als  2.500 Direktausstellern aus 48 Ländern vom 14.11. bis 19.11.  so gut wie ausgebucht.

Auf beiden Messen wurde auch neuste Dämpftechnik präsentiert. Mehrere tausend Fachbesucher konnten sich auch über die aktuellen Neuerungen in Sachen Bodenhygienisierung mit Heißdampf informieren. So wurde auch hier zum ersten Mal das neu entwickeltes Dämpfsystem “A-1350-24″ vorgestekkt. Der gemeinsam mit der MSD GmbH, Durbach und der Firma Fobro – Kress, CH-Hüswil, entwickelter Voll-Dämpfautomat, der zur rationellen Dämpfung von gespurten Beetkulturen, wie Baby-Leaf Salaten, ausgerichtet ist,  wurde nun in seiner Leistungsfähigkeit verdoppelt.

Zudem wurden die aktuellen Forschungsergebnisse der DLR Rheinlandpfalz beim Dämpfen von Rucola präsentiert.

Neues Dämpfsystem “Dampfmixer” erreicht Serienreife

Mittwoch, 27. Juli 2011

Das neue Dämpfsystem, entwickelt von der Firma Mobildampf in Kooperation mit Fobro-Kress, wurde nun ausgereift. Seit diesem Monat ist die Serienreife erreicht.

Dampfmixer, aufgehängt an Traktor | Foto: Mobildampf

Dampfmixer, aufgehängt an Traktor | Foto: Mobildampf

Der Dampfmixer ermöglicht variables Dämpfen unter Glas oder im Freiland. Er besitzt eine starre Dämpfscharre mit zweireihiger hydraulisch angetriebener Rüttelegge bei 60-200U/min  (kein Zapfwellenantrieb). Der Dampfinjektor ist korrosionsbeständig und überzeugt durch seine robuste Konstruktion.

Das neue Dämpfsystem läuft laut Herstellerangabe mit einer Geschwindigkeit von 40-140m/h, abhängig von der eingestellten Dämpftiefe von 5-15cm und der Leistung des zur Verfügung stehenden Dampfkessels.

Dampfmixer: Rüttelegge und Dampfinjektoren | Foto: Mobildampf

Dampfmixer: Rüttelegge und Dampfinjektoren | Foto: Mobildampf

Zum Standardlieferumfang gehören Rahmen, Abdeckung, Stabwalzen, Dampfinjektoren, Rüttelegge, 2 Schleppfolien (15m) , Folienaufnahme, Hydraulikantrieb inkl. Steckkupplungen DIN 2 und das Drosselventil.

Die Vorführpremiere des serienreifen Gerätes findet in Nürnberg am 04.08. statt. Bei Interesse kann man sich bei Mobildampf anmelden unter info@mobildampf.de oder info@moeschle.de.

DLR testet Haubendämpfverfahren weiter aus

Freitag, 15. Juli 2011

Ende Mai 2011 wurden von Seiten des Dienstleistungszentrums ländlicher Raum des Landes Rheinlandpfalz (DLR) in der Versuchsanstalt  Queckbrunner Hofs die erfolgreiche Versuchsreihe des letzten Jahres fortgeführt.

2010 wurden bereits zwei Dämpfversuche im Hinblick auf die Unkrautvernichtungswirkung insbesondere im Vergleich zu Herbizideinsetzen durchgeführt. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Im Gegensatz zu diversen chemischen Unkrautvernichtungsmitteln wiesen die gedämpften Flächen bei allen Unkrautarten eine 100%ige Abtötungswirkung auf. Zudem erhöhte sich nach dem Dämpfen der Ertrag auf bis zu 30%.

Das DLR ist nun weiter neugierig geworden und hat über mehrere fortführende Versuchsreihen geprüft, welche Dämpfzeiten die optimalsten Ergebnisse liefern. Je länger die Dämpfzeit, desto tiefer und heißer wird der Boden durch den Dampf gereinigt, desto größer ist aber auch der Energieeinsatz und damit die Kosten. Je kürzer gedämpft werden kann, desto wirtschaftlicher kann Heißdampf eingesetzt werden.

Die Ergebnisse werden hier im Blog so bald wie möglich veröffentlicht.

Insitut testet Heißdampf für Baumschulen

Sonntag, 08. Mai 2011

In Altdorf bei Bonn wagt der DLR Rheinlandpfalz einen neuen Dämpfversuch. Der Fokus hierbei liegt bei der Regenerierung von Böden für Baum- und Sträucher Kulturen. Nach dem erfolgreichen Einsatz von Heißdampf im Gemüsebau in den letzten beiden Jahren mit den erstaunlich positiven Effekten bis hin zu einer Wachstumssteigerung von bis zu 30% bei vollständiger Unkrautfreiheit ist das führende Forschungsinstitut für den ländlichen Raum auch überzeugt, dass Dampf für den Obst- und Beerenanbau die wichtigen Probleme lösen kann.

Die Probleme, die in solchen Kulturen auftreten, sind mannigfaltig. Insbesondere durch die Belastung durch Bodenmüdigkeit aber auch bodenbürtige Krankheitserreger, wie Nematoden, Pilze und Bakterien, können Ernten langfristig geschädigt und so Betriebe in ihrer Existenz bedroht.

Für den Anbau solcher Kulturen ist es daher wichtig, dass vor der Pflanzung der Boden gesund und rein ist. Der Einsatz von Pestiziden ist immer problematischer. Nun soll Dampf als Alternative zum hierfür zum Einsatz kommen.

Der DLR Rheinlandpfalz hat hier Anfang April 2011 eine Fläche von insgesamt ca. 200m² mit Heißdampf behandelt. Die Fläche wurde mit hitzebeständiger Folie abgedeckt, die an ihren Rändern beschwert wurde. Über einen speziellen Dampfinjektor wurde für 4 Stunden Dampf unter die Folie geleitet. In dieser Zeit drang der Dampf ca. 30-35 cm tief in den Boden und erhitzte diesen auf mindestens 85°C. Nach dem Dämpfen wurde die Fläche umgehend bepflanzt.

Foliendämpfung in Baumschule

Foliendämpfung in Baumschule

In den nächsten Monaten werden positive Effekte erwartet, insbesondere bei Pflanzenwachstum und Erntemenge.

Dämpfvollautomat nun ausgereift

Sonntag, 10. April 2011

Der im letzten Jahr entwickelte Dämpfvollautomat wurde nun von seiner Herstellerfirma aus dem Prototypen Status gehoben. Ende März verkündete die MSD GmbH, die für die Entwicklung des Dämpfmobils den Indega sowie Taspo RAM Innovationspreis gewonnen hatte, dass das System nun ausgereift und von der Berufsgenossenschaft abgenommen wurde.

Die Abnahme der Berufsgenossenschaft setzte weitere Sicherheitsmechanismen voraus. So wurde neben der Optimierung des Führerstands im letzten Schritt vor dem Gefährt ein System zur automatischen Erkennung von Hindernissen, insbesondere Kinder, installiert, das bei Kontakt zu einem Notstopp führt.

Damit ist der Dämpfvollautomat, der mit dem schweizer-deutschen Unternehmen Fobro-Kress gefertigt wird, der erste auf deutschen Freiflächen komplett zugelassene Roboter, der ohne permanente menschliche Führung betrieben werden darf.

Dämpfmobil - BG-abgenommen 2011

Dämpfmobil - BG-abgenommen 2011

Gesündere Karotten aus gedämpfter Erde

Freitag, 11. März 2011

Wissenschaftler in Dänemark entwickeln derzeit eine weniger arbeitsintensive Methode auf Grundlage von heißem Dampf zur Bekämpfung von Unkraut und anderen Krankheiten bei biologisch angebautem Gemüse.

Bereits seit vielen Jahren werden mobile Erddämpfungsverfahren zur Dämpfung größerer Flächen eingesetzt, wobei die Erde bei ca. 80 Grad bis zu 15cm tief sterilisiert wird.

Diese Methode ist jedoch in Dänemark im Gegensatz zu Deutschland nicht für die biologische Landwirtschaft geeignet. Dortige Wissenschaftler arbeiten deshalb an einer Dämpfmethode, die sich auch für die nationale ökologische Landwirtschaft eignet und sind erfolgreich gewesen.

Um die nützlichen Erdorganismen weitgehend zu verschonen werden beim biologischen Gemüseanbau lediglich kleine Erdstreifen, auf denen später die Samen gesät werden, mit Dampf erhitzt. Dieser tötet vollständig die schädlichen Mikroorganismen, Nematoden, Unkrautsamen und –sprösslinge ab und reduziert so den Unkrautdruck um bis zu 100 Prozent im Pflanzstreifen.

Mit der Begrenzung der Dämpffläche auf einen schmalen Streifen lassen sich zusätzlich beachtliche Ersparnissen beim Energieverbrauch feststellen.
Während beim Foliendämpfen 4000 l Öl pro Hektar benötigt werden, um die Erde über die gesamte Feldbreite bis zu 15cm tief zu sterilisieren, sind für das Dämpfen von Streifen auf einer Breite von 12-13 cm und einer Tiefe von bis zu 5-8 cm nur 500-600 l Öl vorgesehen.

Die ersten Maschinen zum Streifendämpfen sind bereits entwickelt und im Einsatz.

Momentan arbeitet der Streifendämpfer über ein eingebautes GPS automatisch 0.2 ha innerhalb einer Stunde ab. Das GPS arbeitet mit einer Genauigkeit von 1-2 cm und es besteht die Möglichkeit bis zu neun Pflanzreihen gleichzeitig zu dämpfen. Die Maschine muss lediglich einmal die Stunde, in Abhängigkeit von der Länge der Pflanzreihen, umgedreht und mit Wasser und Brennstoff aufgefüllt werden.

Auf Grund der verbesserten Technik wird nun auch die sterile Erde teilweise mit den richtigen Organismen wiederbelebt. Anstelle der hundertprozentigen Vernichtung aller störenden Unkrautsamen und Nematoden, wird die Erde nun noch mit Nutzorganismen geimpft (Integrierte Dämpfung). Das Impfpräparat besteht aus Bakterien, unterschiedlichen nützlichen Pilzen und Erbsenmehl, dessen hoher Stickstoffanteil einen ausgezeichneten Nährboden für Mikroorganismen bietet. Die Nutzpilze gehen eine symbiotische Verbindung mit den Wurzeln der Nutzpflanzen ein und bewirken so eine bessere Aufnahme von Phosphor. Das mikrobiologischen Milieu soll so wieder hergestellt werden und die Invasion von Pathogenen verhindern.

Mehr Informationen bei der Universität von Aarhus (DK, Dr. Bo Melander), sowie bei der MSD GmbH, Durbach.

Dampf zum Schutz des Rheinufers

Montag, 14. Februar 2011

Auf mehreren hundert Kilometern am Oberrhein sind die Ufer des größten deutschen Flusses mit Betonplatten befestigt, die miteinander verfugt sind. Im Laufe der Zeit siedeln sich in den Fugen Pflanzen an, die die Baustruktur und damit auch die Dämme im Ganzen schwächen; ein Problem beim Hochwasserschutz. In früheren Zeiten wurden mit Herbiziden die Lücken unkraut- bzw. bewuchsfrei gehalten. Vor einigen Jahren wurde der Umwelt zu liebe auf die manuelle bzw. mechanische Unkrautbekämpfung umgestellt.

Zwischenzeitlich wird auf der französischen Rheinseite umgedacht.

Fuge zwischen zwei Betonplatten

Fuge zwischen zwei Betonplatten mit unerwünschtem Pflanzenbewuchts

Der hohe Arbeitsaufwand der mechanischen Methoden und deren recht geringe Effektivität hat die verantwortlichen Stellen dazu gebracht, neue Wege für die Bewuchsbekämpfung zu suchen. Nachdem mehreren Tests mit heißem Dampf sehr gute Ergebnisse gebracht haben, soll nun das Dämpfen der Betonplatten bzw. deren Fugen auf längeren Strecken jährlich erfolgen. Dies erspart Arbeitszeit und bringt bedeutend sicherer Ergebnisse.

Mehr Infos erhalten Sie gerne bei der MSD GmbH, Durbach. Email: info@moeschle.de

Dampf gegen Schnee – Dachlast mindern

Samstag, 01. Januar 2011

Wie schon 2009 ist der aktuelle Winter 2010/2011 ungewöhlich schneereich. Wege und Straßen müssen geräumt werden – die Schneemassen türmen sich zu riesigen Bergen. Wohin damit?

Auf Deutschlands Dächern ist die Situation stellenweise bedeutend ernster. Schneelawinen drohen. Zudem wird es ab 30-60 kg Schneelast pro m² Dachfläche kritisch. Viele Flachdächer sind einsturzgefährdet. Die Folge: Kommunen sind zur Zeit gezwungen, größere Hallengebäude zu schließen, um Menschenleben nicht zu gefährden und Dramen wie in Berchtesgarden 2006 zu vermeiden.

Wie die Kommunen müssen auch Industriebetriebe mit hohem Aufwand Ihre Flachdächer räumen, und die Schneemassen im Anschluß mit schwerem Gerät bei Seite geschafft werden.

Mit heißem Dampf geht es schnell und einfach.

Dampf schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen wird das Dach schnell und ohne viel Arbeitsaufwand vom Schnee befreit zum Anderen fließt er stark volumenreduziert als Wasser mit einer Temperatur von ca. 6°C über die Regenrinnen ab und muss nicht mehr weggeschafft werden.

Der Energieeinsatz für das Abschmelzen des Schnees ist überschaubar. Um 100kg (=~1m³) abzuschmelzen, werden 33.500 kJ (=8.006,5 kcal) benötigt – das entspricht dem Energiegehalt von etwas weniger als 1l Heizöl.

Vergleicht man die Dämpfmethode mit der konventionellen Räumung durch Arbeitskraft, sieht man deutlich den Kostenvorteil. Ein Mensch räumt pro Stunde durchschnittlich ca. 8-10m³ (=800-1.000 kg) Schnee. Rechnet man nur mit 20 EUR/h Lohn ergibt dies reine Räumungskosten (ohne abschließende Schneebeseitigung) von 2 EUR/m³. Gegen einen Liter Heizöl gerechnet wird klar, welche Einsparungseffekte erzielt werden können. Die Zeitersparnis beim Einsatz von leistungsfähigen Dampferzeugern, die bis zu 16.000 kg Schnee pro h (=~16 Mann) schmelzen können, ist hierbei noch nicht einmal berücksichtigt.

Die Nutzung von Heißdampf gestaltet sich einfach: z.B. durch perforierte Schläuche oder Rohre, die schnell auf dem Dach verlegt werden, wird Dampf geleitet und tritt aus. Der Schnee schmilzt. Um mehr Effizienz zu erreichen empfiehlt es sich, stellenweise den Schnee gezielt über den Dampfleitungen aufzuschichten.

Eine kleine Demonstration der Firma MSD aus Durbach zeigt, wie größere Schneemengen beseitigt werden können:

Dämpfgabel mit performierten Rohren unter einem Schneehaufen

Dämpfgabel mit performierten Rohren unter einem Schneehaufen

1. Unter eine großere Schneemenge wird eine Dämpfgabel mit perforierten Rohren eingebracht. Der Dampf wird von einem Dampfkessel aus durch Dämpfschläuche zugeleitet. In diesem Fall wird eine Leistung von 500 kg Dampf/h genutzt.

Dampfzuleitung unter den Schnee

Dampfzuleitung unter den Schnee

2. Durch die Dämpfgabel wird der Dampf unter den Schnee geleitet und tritt dann durch die Löcher der perforierten Rohre direkt aus.

Dampf tritt aus

Dampf tritt aus

3. Stellenweise bahnt sich der Dampf einen Weg nach oben. Es empfiehlt sich, solche Schmelzlücken wieder zuzuschütten, um die Effizienz zu steigern bis die erforderliche Schneemenge abgetaut ist.

Alternativ kann einfach eine Foliendämpfung durchgeführt werden, in dem eine Hitzebeständige Folie von max 400m² ausgelegt und beschwert wird. So kann eine Schneeschicht von 25cm in weniger als 40min abgeschmolzen werden.

Mehr Informationen können Interessierte direkt bei der Firma MSD GmbH aus Durbach unter info@moeschle.de erfragen.