Erdbeer-Dämpftechnik weiter ausgereift

Mit dem erklärten Ziel in diesem Jahr eine ausgereifte Dämpflösung für Erdbeerkulturen auf Dämmen marktreif zu bekommen wurden gemeinsam mit dem Landwirtschaftsamt des Landratsamts Karlsruhe weitere technische Lösungen erfolgreich bis Februar 2018 ausgetestet. Für viele Erdbeeranbaubetriebe wäre es hilfreich, wenn das Dämpfen als letzter Dammvorbereitungsschritt vor dem Pfanzen eingegeschoben werden könnte. Dass dies funktioniert wurde nun final bestätigt. Handelsübliche Dammfolie, die auf dem fertigen Damm verlegt wurde, bleibt auch nach dem Dämpfen Dank spezieller Haubentechnik unbeschädigt. Zudem wurde nachgewiesen, dass das Injizieren von Heißdampf ausschließlich durch die Pflanzöffnungen zu einer ausreichend guten Hitzedruchdringung des Dammes führt, um die positiven Effekte insbesondere in Bezug auf die Krankheitsbekämpfung zu erreichen.

Temperaturmessung gleich nach Abheben der Dämpfhaube und Dammfolie

Temperaturmessung gleich nach Abheben der Dämpfhaube und Dammfolie

Der finale Versuch fand im badischen Durbach statt. Dort wurden mit inhomogener Erde für den Versuch Dämme aufgeschüttet. Die Dammbreite war oben 75cm am Dammfuss 90cm. Der Damm wurde 30cm hoch ausgeformt. Die genutzten Dämpfhauben waren auf ein Pflanzraster von 30×30cm ausgerichtet. Die Dämpfstacheln bzw. -dornen wurden im Verband angeordnet. Der Damm wurde mit einer handelsüblichen Dammfolie abgedeckt. Die Dämpfungen erfolgten auf einem Doppelreihendamm zu 3 lfm Haubenlänge.

Für die Dampferzeugung wurde ein MS 200 Dampfkessel der Firma MSD, Durbach genutzt mit einer maximalen Dampfleistung von 250 kg/h bei einem Betriebsdruck von 0,5bar und einer Dampfaustrittstemperatur von 200°C.

Dämpfhaube beschwert auf mit Folie abgedecktem Versuchsdamm

Dämpfhaube beschwert auf mit Folie abgedecktem Versuchsdamm

Es konnte resümiert werden, dass die Versuchsanordnung für die gestellten Hauptfragen gut geeignet war. Die Dornen haben die Dammfolie nicht geschädigt. Hitzeverklebungen konnten nicht festgestellt werden – gleiches gilt für Kontaktstellen der Folie mit der Dämpfhaube. Trotz feststellbarer Widrigkeiten, wie stellenweise zu nassem Boden, konnte ein ausreichender Wärmefluß im aufgeschütteten Damm festgestellt werden. Erwartungsgemäß wurden die höchsten Temperaturen von über 90°C im unmittelbaren Umfeld des Einstichortes des Dämpfstachels festgestellt werden. An den Aussenseiten des Dammes konnten noch Temperaturen von mindestens ~75°C gemessen werden. Diese Temperaturen reichen jedenfalls aus, um Bodennematoden, bodenbürtige Schadpilze und Unkräuter zu beseitigen. Es wird davon ausgegangen, dass wahrscheinlich auch die Bodenmüdigkeit beseitigt werden konnte. Weitere Versuche sollen diese Annahme bestätigen.

Der offizielle Versuchsbericht kann bei Herrn Arno Fried von der Landwirtschaftskammer des Landratsamts Karlsruhe angefragt werden.

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