Archiv für Januar 2011

Dampf gegen Schnee – Dachlast mindern

Samstag, 01. Januar 2011

Wie schon 2009 ist der aktuelle Winter 2010/2011 ungewöhlich schneereich. Wege und Straßen müssen geräumt werden – die Schneemassen türmen sich zu riesigen Bergen. Wohin damit?

Auf Deutschlands Dächern ist die Situation stellenweise bedeutend ernster. Schneelawinen drohen. Zudem wird es ab 30-60 kg Schneelast pro m² Dachfläche kritisch. Viele Flachdächer sind einsturzgefährdet. Die Folge: Kommunen sind zur Zeit gezwungen, größere Hallengebäude zu schließen, um Menschenleben nicht zu gefährden und Dramen wie in Berchtesgarden 2006 zu vermeiden.

Wie die Kommunen müssen auch Industriebetriebe mit hohem Aufwand Ihre Flachdächer räumen, und die Schneemassen im Anschluß mit schwerem Gerät bei Seite geschafft werden.

Mit heißem Dampf geht es schnell und einfach.

Dampf schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen wird das Dach schnell und ohne viel Arbeitsaufwand vom Schnee befreit zum Anderen fließt er stark volumenreduziert als Wasser mit einer Temperatur von ca. 6°C über die Regenrinnen ab und muss nicht mehr weggeschafft werden.

Der Energieeinsatz für das Abschmelzen des Schnees ist überschaubar. Um 100kg (=~1m³) abzuschmelzen, werden 33.500 kJ (=8.006,5 kcal) benötigt – das entspricht dem Energiegehalt von etwas weniger als 1l Heizöl.

Vergleicht man die Dämpfmethode mit der konventionellen Räumung durch Arbeitskraft, sieht man deutlich den Kostenvorteil. Ein Mensch räumt pro Stunde durchschnittlich ca. 8-10m³ (=800-1.000 kg) Schnee. Rechnet man nur mit 20 EUR/h Lohn ergibt dies reine Räumungskosten (ohne abschließende Schneebeseitigung) von 2 EUR/m³. Gegen einen Liter Heizöl gerechnet wird klar, welche Einsparungseffekte erzielt werden können. Die Zeitersparnis beim Einsatz von leistungsfähigen Dampferzeugern, die bis zu 16.000 kg Schnee pro h (=~16 Mann) schmelzen können, ist hierbei noch nicht einmal berücksichtigt.

Die Nutzung von Heißdampf gestaltet sich einfach: z.B. durch perforierte Schläuche oder Rohre, die schnell auf dem Dach verlegt werden, wird Dampf geleitet und tritt aus. Der Schnee schmilzt. Um mehr Effizienz zu erreichen empfiehlt es sich, stellenweise den Schnee gezielt über den Dampfleitungen aufzuschichten.

Eine kleine Demonstration der Firma MSD aus Durbach zeigt, wie größere Schneemengen beseitigt werden können:

Dämpfgabel mit performierten Rohren unter einem Schneehaufen

Dämpfgabel mit performierten Rohren unter einem Schneehaufen

1. Unter eine großere Schneemenge wird eine Dämpfgabel mit perforierten Rohren eingebracht. Der Dampf wird von einem Dampfkessel aus durch Dämpfschläuche zugeleitet. In diesem Fall wird eine Leistung von 500 kg Dampf/h genutzt.

Dampfzuleitung unter den Schnee

Dampfzuleitung unter den Schnee

2. Durch die Dämpfgabel wird der Dampf unter den Schnee geleitet und tritt dann durch die Löcher der perforierten Rohre direkt aus.

Dampf tritt aus

Dampf tritt aus

3. Stellenweise bahnt sich der Dampf einen Weg nach oben. Es empfiehlt sich, solche Schmelzlücken wieder zuzuschütten, um die Effizienz zu steigern bis die erforderliche Schneemenge abgetaut ist.

Alternativ kann einfach eine Foliendämpfung durchgeführt werden, in dem eine Hitzebeständige Folie von max 400m² ausgelegt und beschwert wird. So kann eine Schneeschicht von 25cm in weniger als 40min abgeschmolzen werden.

Mehr Informationen können Interessierte direkt bei der Firma MSD GmbH aus Durbach unter info@moeschle.de erfragen.