Archiv für August 2009

Die thermische Bodenentseuchung

Montag, 10. August 2009

Der Einsatz von Hitze zur Bekämpfung im Boden lebender Pflanzenschädlingen wird seit dem Beginn von Ackerbau und Viehzucht praktiziert. 

Noch heute wird das Abbrennen von Ackerflächen zu deren Schaffung und Verbesserung der Fruchtbarkeit angewendet. Alte Kulturen, wie die Inder und Ägypter, verwendeten ebenso die gezielte Nutzung der Sonneneinstrahlung auf gewässerten Kulturböden, um die Ackerflächen zu hygienisieren und wiederzubeleben.

Ende des 19. Jahrhunderts wird in den vereinigten Staaten der Einsatz von Hitze zur Bodenentseuchung dokumentiert, wobei zwei Verfahren parallel entwickelt wurden. Zum einen das Rösten der Kulturerde auf offener Flamme – zum anderen das Dämpfen des Bodens mit Wasserdampf.

Anfangs wurde der Dampf durch fest verlegte Drainagerohre in den Boden eingebracht. Später wurden auch bereits Dämpfhauben und Eggen zur gezielteren Dampfeinbringung eingesetzt. Die Entwicklung der hitzebeständigen Folien machte es dann möglich, einfach und flexible größere Flächen mit heißem Wasserdampf zu behandeln.

Die chemische Bodenentseuchung

Montag, 10. August 2009

Chemische Bodenentseuchungspräparaten sind einfach in der Handhabung und mit einem vergleichbar geringen Arbeitsaufwand bei der Anwendung verbunden.

Moderne Mittel zur chemischen Bodenentseuchung haben eine vergleichsweise geringe Wirkungsbreite, so dass bei der Anwendung nur sehr spezifisch gegen einzelne Krankheiten und/oder Schädlinge vorgegangen wird. Darüber hinaus ist der Einsatz von chemischen Stoffen immer mit einer langen Karenzzeit verbunden, also der Wartezeit, die nötig ist, bis die chemischen Stoffe ausreichend abgebaut bzw. ausgeschwemmt sind.

Insbesondere bei nicht sachgerechter Anwendung von chemischen Bodenentseuchungsmitteln besteht die Gefahr, dass Rückstände im Boden verbleiben, die nur schwer bis gar nicht abgebaut werden, mit der Folge, dass sich diese in der Pflanze selbst anreichern – mit noch nicht endgültig geklärten Folgen für Pflanze und den Menschen.

Zudem kann beim Einsatz von Chemie grundsätzlich die Gefahr von Resistenzbildungen nicht ausgeschlossen werden, was ein bestehendes Krankheitsproblem noch weiter verschärfen würde.

Diese Ungewissheit sollte Grund genug sein, die chemische Bodenentseuchung nur mit Vorsicht anzuwenden, im Speziellen bei der Produktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln.

Die Bodenentseuchung zur Bekämpfung von Krankheiten im Gartenbau und in der Landwirtschaft

Montag, 10. August 2009

Die intensive Kultivierung von Nutzpflanzen stellt die Natur vor enormen Herausforderungen, da der gezielte Pflanzenanbau in das biologische Gleichgewicht eingreift und damit insbesondere das Wachstum und die Ausbreitung von pflanzenschädlichen Organismen massiv begünstigt. Die Züchtung ertragsreicher und resistenterer Sorten alleine behebt diese Probleme nicht.  

Daher ist und bleibt der Pflanzenschutz eine unerlässliche Kulturmaßnahme, um die benötigten Erträge zu sichern und für die Zukunft weiterhin die Ernährung der stetig wachsenden Weltbevölkerung gewährleisten zu können.

Der Boden spielt hierbei eine zentrale Rolle. Dieser ist insbesondere bei intensiver Nutzung nicht mehr inter Lage, trotz guter Pflege, pflanzenschädliche Organismen durch ein ausgeglichenes Bodenleben selbst in Schach zu halten.  Im Speziellen bei der Kultivierung unter Glas ist der Boden starken Krankheitsbelastungen ausgesetzt. Verstärktes Auftreten von Wurzel- und Welkekrankheiten, Nematoden und Unkräutern sind die Folge.

Eine Bodenentseuchung ist hier im Rahmen des Pflanzenschutzes eine wirksame Behandlungsmethode.

Heute kommen hierfür zwei Verfahren zum Einsatz: Zum einen die chemische Bodenentseuchung und zum anderen die rein physikalische, thermische Behandlung.